25.03.2026

Flexible und energieeffiziente Gebäudenutzung

Modernisierte Gebäude- und Veranstaltungstechnik im Ferry Porsche Congress Center

Das Ferry Porsche Congress Center (FPCC) im österreichischen Zell am See wurde kontinuierlich und zukunftsweisend modernisiert und bietet dadurch immense Vorteile sowohl für die Betreiber als auch für die Kunden des Veranstaltungszentrums. Die flexible und zugleich äußerst einfach nutzbare Gebäudefunktionalität und Veranstaltungstechnik ergibt zusammen mit der hohen Energieeffizienz eine bislang unerreichte Effizienz und Zukunftssicherheit im Betrieb – von der Wiener Salzgeber GmbH mit Beckhoff Technik umgesetzt.

Für Oliver Stärz, CEO des FPCC, steht die Marke Porsche für Sport, Spaß und Flexibilität – wie es analog auch für den Charakter des Ferry Porsche Congress Center gelte: mit ideal aufeinander abgestimmter Technik und hoher Individualität in der Nutzung. Eröffnet wurde das Veranstaltungszentrum im Jahr 2007, schon damals ganzheitlich und mit Fokus auf Funktionalität und Usability für den Kunden konzipiert. Man habe sich dabei explizit den Themen Zukunftsfähigkeit, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Meeting- und Kongressbranche verschrieben, wie Oliver Stärz erläutert: „Als zertifizierter Green-Meeting- und Green-Events-Betrieb ist uns die Zusammenarbeit mit Kunden besonders wichtig. Sie sparen Zeit und Aufwand, da In-house-Experten umfassend unterstützen und sich Nachhaltigkeitsberichte effizient erstellen lassen.“

Mit der modernen Gebäudeautomation und Veranstaltungstechnik sind auch große Events mit elegantem Flair und beeindruckenden Lichteffekten möglich.
Mit der modernen Gebäudeautomation und Veranstaltungstechnik sind auch große Events mit elegantem Flair und beeindruckenden Lichteffekten möglich.

Kennzeichen des FPCC sind eine Nutzfläche von 2.100 m2 und 1.600 m2 Freiflächen sowie 400 Tiefgaragenplätze. Insgesamt stehen acht flexibel nutzbare Räume – in Summe 20 Raumvarianten – zur Verfügung, in denen maximal 1.200 Personen, d. h. 20 bis 800 je Raum, Platz finden. Ausgestattet ist das Gebäude mit 787 m2 Photovoltaikfläche mit 160 kWp bzw. rund 500 von der bisherigen Halogen- auf die moderne LED-Technik umgestellte Lampen, die ca. 74 % Energie gegenüber herkömmlichen Leichtmitteln einsparen. Salzgeber setzte hierbei auf PC-based Control von Beckhoff als flexible, d. h. einfach erweiter- und modernisierbare Grundlage für die Gebäudesteuerung und den effizienten Energieeinsatz.

Das Veranstaltungszentrum erwartet seinen Nutzer

In der einfachen Bedienbarkeit und den flexiblen Nutzungsmöglichkeiten sieht Oliver Stärz große Vorteile für alle Beteiligten: „Beides gilt zum einen für uns als Betreiber und zum anderen auch für unsere Kunden. Denn wir selbst können mit geringem Aufwand auf neue Nutzungsanforderungen reagieren und die Kunden können ihre individuellen Vorstellungen optimal umsetzen lassen – und bei Bedarf sogar während der Veranstaltungen selbst Veränderungen vornehmen. Hinzu kommt die gesteigerte Energieeffizienz, die auf der einen Seite für positive Kosteneffekte im Betrieb sorgt und auf der anderen Seite von den Kunden zunehmend gefordert wird.“

Tino Pfeifer, Leitender Projektingenieur von Salzgeber, ergänzt: „Die für den Kunden möglichst einfache Nutzbarkeit lässt sich folgendermaßen verbildlichen. Das Gebäude mit seiner gesamten Infrastruktur weiß quasi mit der Buchung, der Belegung und der über umfangreiche Sensorik erfassten Personenpräsenz, welche Veranstaltung mit welchen spezifischen Anforderungen und Kundenwünschen stattfindet.“ Und die flexible und leistungsfähige Gebäudeautomatisierung hat für Oliver Stärz noch einen weiteren Effekt: „Durch den hohen Automatisierungsgrad, der mit der Salzgeber-Lösung und mit PC-based Control von Beckhoff erreicht werden konnte, reduziert sich der Bedarf an technischen Fachkräften wie Licht- und Tontechniker, da deren Expertenwissen in der Software hinterlegt ist.“

Steuerungstechnik für einfache Modernisierung und mehr Nachhaltigkeit

Als offenes, modulares und durchgängiges Steuerungssystem unterstützt PC-based Control von Beckhoff laut Tino Pfeifer den Gebäudebetrieb optimal hinsichtlich Funktionalität, Energieeffizienz und kontinuierlicher Erweiterbarkeit: „Mit der leistungsfähigen Gebäudeautomatisierung ließ sich beispielsweise eine umfassende Multimodalität des Veranstaltungszentrums realisieren. So lassen sich Wände verschieben und spezielle Raumvarianten schaffen, was das System erkennt sowie effizient und ohne manuellen Eingriff die Beschallung, Heizung, Lüftung usw. passend steuert.“

Die Komplexität der Gebäudeautomation wird nicht zuletzt an der großen Anzahl von rd. 5.800 Datenpunkten deutlich, über die z. B. die Beleuchtung (u. a. ca. 400 DALI-Leuchten) sowie die Beschattung, HLK und Multimedia-Technik eingebunden sind. Realisiert ist dies mit einem Ultra-Kompakt-Industrie-PC C6030, zehn Multitouch-Control-Paneln als Bedienstationen, der I/O-Ebene mit acht Ethernet-TCP/IP-Buskopplern BK9050, Ethernet-Switches CU2016 und zahlreichen Busklemmen der KL-Serie. Hinzu kommt die Automatisierungssoftware TwinCAT 3, die Salzgeber bei seinen Projekten im Bereich der Gebäude- und Industrieautomatisierung durchgängig einsetzt und über die im Fall des FPCC auch alle untergeordneten Systeme wie z. B. Audio-Prozessoren, Video-Kreuzschienen, PTZ-Kameras sowie KNX- und DALI-Komponenten angesteuert werden. Im Vordergund stehen dabei die Funktionen TwinCAT 3 HMI, Database Server, XML Server sowie Modbus TCP, TCP/IP, IoT Communication (MQTT), IoT HTTPS/REST und AES70 (OCA).

Einer der Schaltschränke im FPCC mit einem Ethernet-TCP/IP-Buskoppler BK9050, zahlreichen angereihten Busklemmen und einem 16-Port-Ethernet-Switch CU2016
Einer der Schaltschränke im FPCC mit einem Ethernet-TCP/IP-Buskoppler BK9050, zahlreichen angereihten Busklemmen und einem 16-Port-Ethernet-Switch CU2016

Die Vorteile von PC-based Control für eine kontinuierliche Gebäudeweiterentwicklung sieht auch Oliver Stärz: „Das FPCC gibt es inzwischen seit fast 20 Jahren. Und obwohl es immer wieder veränderte Anforderungen gibt, z. B. durch die Photovoltaik-Integration und eine modernisierte Beleuchtung, ist man als Betreiber nicht an einen Systemintegrator gebunden. Das System von Beckhoff kann sehr einfach auch langfristig von jedem System- und Programmierungspartner weiterentwickelt werden und durch seine Offenheit für den Gebäudeerhalt einfach veränderte Anforderungen berücksichtigen.“ Dass hier viel Innovationspotenzial liegt, bestätigt Oliver Stärz mit Blick auf die umfassenden Zukunftsperspektiven des FPCC als Paradebeispiel für ein nachhaltiges, resilientes und zukunftsoffenes Gebäude: „Die verbaute Automatisierungslösung ist nicht nur Mittel zum Zweck, sondern ein strategisches Instrument, um die Vision des FPCC als energieeffizientes, widerstandsfähiges und smartes Veranstaltungszentrum umzusetzen.“ Im Fokus seien dabei:

  • Modularität und Erweiterbarkeit als Nachhaltigkeitsprinzip,
  • Energie-Autarkie als Ziel,
  • Blackout-Vorsorge und Resilienzstrategie,
  • Intelligenz durch Daten und damit der Weg zum digitalen Gebäude-Zwilling,
  • Alleinstellungsmerkmal durch smarte Nachhaltigkeit.

Auf diese Weise entstünde eine „lebende Infrastruktur“ anstelle eines starren Bauwerks. Die Gebäudeautomation des FPCC sei somit kein statisches System, sondern ein lebenszyklusfähiges Rückgrat, das sich mit den Anforderungen der Nutzer weiterentwickele, technologische Trends wie Smart Grids, IoT und digitaler Zwilling integriere sowie Zukunftsthemen wie Resilienz, Autarkie und Nachhaltigkeit aktiv mitgestalte.

Software-orientiert umgesetzte Modernisierungsmaßnahmen

Die Hauptleistung von Salzgeber war aus Sicht des FPCC die Programmierung und Erneuerung der Software im gesamten Veranstaltungszentrum. Beim Wechsel von analoger zu digitaler Datenübertragung musste nur sehr wenig Hardware getauscht werden. Dies betrifft die Umstellung der Video- und Audio-Daten sowie die Integration der bestehenden Haus- und Lichtanlage. Hierzu wurden vorhandene Strukturen erfasst bzw. erneuert, alte Mediensteuerungen sowie Audio-DSPs und Video-Kreuzschienen ersetzt, analoge Videoleitungen (RGBHV) gegen 6G-SDI-Verkabelung ausgetauscht, Bildmischer integriert und die Steuerung der Allgemeinbeleuchtung, die Verdunklung und die Beschattung in die Mediensteuerung integriert.

Das Ergebnis für den Kunden fasst Tino Pfeifer zusammen: „Der Nutzer bekommt einen Laptop zur einfachen Bedienung in die Hand. Hier gibt es drei Versionen – für Techniker, für Büromitarbeiter und für den Endkunden. Auch der Endkunde kann also auf einfachste Art und Weise seine gebuchte Fläche steuern und kontrollieren. Möglich macht dies die durchgängige Beckhoff Technik, durch die sich alle im Gebäude befindlichen Anlagen und Systeme in einer einfachen, benutzerfreundlichen Oberfläche vereinen ließen und vielfältige Hintergrundprozesse automatisiert ablaufen können.“

Als technische Vorteile von PC-based Control nennt Tino Pfeifer u. a. Zukunftssicherheit, langlebige Hardware und sehr lange Produktzyklen sowie die vorteilhafte Windows- und IT-nahe Architektur. Zudem ermögliche die langzeitverfügbare und kompatibel bleibende Beckhoff Hardware auch nach vielen Jahren Betrieb noch notwendige Anpassungen. Weiterhin habe sich die modulare Beckhoff Technik stets den Bedürfnissen anpassen lassen, ohne je an Systemgrenzen gestoßen zu sein.

FPCC: Energieeffizienz

  • 500 LED-Lampen reduzieren den Energieaufwand im Vergleich zu herkömmlichen Leuchtmitteln um 74 %.
  • Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach mit einer Gesamtfläche von 787 m² liefert 160 kWp und könnte den Energiebedarf von ca. 60 Haushalten decken.
  • Durch das intelligente Verbraucherkonzept kann das FPCC fast 50 % der erzeugten Energie selbst nutzen.
  • Die Grundwasserentnahme für Kühlzwecke im Haus funktioniert effizient.
  • In nur 10 min ist ein kompletter Luftaustausch im gesamten Haus möglich.
  • Die Chancen durch das neue Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG) 2025 sollen über die Bereitstellung von steuerbarer Last oder Energiespeicher, die Energieeigenerzeugung und Netzdienlichkeit, den Zugriff auf Echtzeit-Verbrauchsdaten sowie der Teilnahme an bzw. Gründung von Energiegemeinschaften genutzt werden.