Die Erzeugung und Verwendung von grünem Wasserstoff aus erneuerbaren Energiequellen ist eine der Schlüsselmaßnahmen zur Reduktion der CO2-Emissionen im Energie- und Verkehrssektor. Aus Wind-, Wasser- oder Solarenergie erzeugter Strom lässt sich durch Elektrolyse in Wasserstoff umwandeln, der in Tanks gespeichert, transportiert und orts- sowie zeitunabhängig verwendet werden kann. Eingesetzt wird Wasserstoff in der CO2-neutralen Mobilität, in der Chemieindustrie, der Stahlproduktion oder in Kraftwerken, wo eine erneute Umwandlung in Strom stattfindet.
Vorteile von PC-based Control für die Wasserstoffindustrie:
- innovative Lösungen durch offene und flexible Steuerungstechnik
- lückenlose und sichere Kommunikation von Zone 0 bis in die Cloud
- umfangreiches Portfolio an Komponenten für den Explosionsschutz
- SPS, Motion Control, HMI, Safety und Messtechnik in einem System
- Erhöhung der Verfügbarkeit durch Kabel- und Steuerungsredundanz
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Durchgängige Automatisierungslösungen für die Wasserstoffindustrie
Steuerungslösungen für die gesamte Wertschöpfungskette
Als erfahrener Partner der Wind- und Solarindustrie agiert Beckhoff schon am Anfang der Wasserstoff-Wertschöpfungskette, der regenerativen Energieerzeugung. Mehr als 125.000 Windenergieanlagen wurden bereits mit unserer offenen PC-basierten Steuerungstechnik automatisiert. Außerdem wird ein Großteil der weltweit installierten Solarpanels mit Hilfe von Beckhoff Technologie produziert. Darüber hinaus verfügt Beckhoff über langjährige Erfahrung in der Prozesstechnik sowie in der Automatisierung von Applikationen mit Explosionsschutzanforderungen.
Auch bei der Verwendung von Wasserstoff, z. B. als Brennstoff für Fahrzeuge, in Brennstoffzellen oder Blockheizkraftwerken, ist Beckhoff Technik bereits in vielen Applikationen erfolgreich vertreten. Für das Erreichen der Klimaziele wird Wasserstoff zudem als nachhaltige Alternative zu fossilen Rohstoffen in weiteren industriellen Prozessen benötigt, beispielsweise bei der Methanisierung, der Ammoniaksynthese oder der Herstellung von E-Fuels. Auch hier kommt PC-based Control zum Einsatz und trägt dazu bei, dass mit der Verwendung von grünem Wasserstoff CO2-Emissionen reduziert werden können.
Effiziente Automatisierung optimiert Elektrolyseure
Bei der Elektrolyse wird Wasser mit Hilfe elektrischer Energie in die Elemente Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Um die steigende Nachfrage nach Wasserstoff aus erneuerbaren Energien abzudecken, sind innovative und wirtschaftliche Lösungen für den Elektrolyseprozess gefragt. Unsere Lösung für die durchgängige Steuerungs- und Überwachung trägt sowohl zu einer hohen Effizienz als auch zu einer hohen Sicherheit der Anlage bei.
PC-based Control für die Elektrolyse:
- leistungsstarke Embedded-PCs für die Schaltschrankinstallation
- Control Panels zur Bedienung und Überwachung bis in Zone 2
- EtherCAT-Klemmen zur Erfassung und Verarbeitung aller relevanten Signale
PC-based Control für den sicheren Wasserstoffspeicher und -transport
Gespeichert und transportiert wird Wasserstoff in flüssigem oder gasförmigem Zustand. In Verbindung mit Sauerstoff kann das leicht entzündliche Gas eine explosionsfähige Atmosphäre bilden. Dafür bietet Beckhoff ganzheitliche Lösungen für die sichere Automatisierung bis in Zone 0 und die Datenerfassung und -übertragung bis in die Cloud.
Sichere Steuerung und Überwachung:
- eigensichere Signalübertragung und funktionale Sicherheit bis Zone 0 durch ELX-Klemmen mit TwinSAFE SC
- Datenvorverarbeitung und -transfer in die Cloud per Edge Device
- Glasfaserkoppler für die Kommunikation über bis zu 20 km Entfernung
Flexible Automatisierungs- und IoT-Lösungen für Wasserstofftankstellen
Auch im Bereich der Mobilität spielt Wasserstoff eine zentrale Rolle. Vor allem in der Logistik hat er das Potential, der wichtigste Energieträger für den Antrieb von LKWs sowie in der Schiff- und Luftfahrt zu werden. Tanken mit Wasserstoff ist jedoch deutlich komplexer als mit fossilen Brennstoffen: Dabei wird Wasserstoff mit einem Druck von bis zu 1000 bar komprimiert. Im Rahmen der funktionalen Sicherheit muss der Druck während des Befüllens überwacht und, falls erforderlich, der Prozess sicher abgeschaltet werden. Außerdem müssen Bestimmungen des Explosionsschutzes eingehalten werden.
PC-based Control für Wasserstofftankstellen:
- individuelle Anlagenvisualisierung mit TwinCAT HMI
- Prozessdatenverarbeitung und -auswertung mit TwinCAT Analytics
- einfache Cloud-Anbindung mit TwinCAT
FAQs zum Thema Wasserstoff
Aufgrund der hohen Flüchtigkeit und Explosionsgefahr von Wasserstoff ist Explosionsschutz in Planung und Betrieb von H2‑Anlagen zwingend erforderlich. Dieser lässt sich durch gezielte Automatisierungstechnik wirkungsvoll unterstützen: Steuer‑ und Regelhardware werden möglichst außerhalb von Ex‑Zonen platziert; Signale aus Gefahrenbereichen werden ausschließlich über ex‑zertifizierte oder intrinsisch sichere I/O‑Module bzw. Signaltrenner/Barrieren geführt. Dafür stehen im Beckhoff Portfolio die ELX- und EPX-Module mit eigensicheren Schnittstellen zur Verfügung.
Safety-Funktionen werden mit deterministischer SIL/PL‑fähiger Hardware, wie TwinSAFE, implementiert und über sicherheitsgerichtete Protokolle (z. B. Safety over EtherCAT) übertragen, sodass schnelle Interlocks, Notabschaltungen und kurze Reaktionszeiten gewährleistet sind. Hochverfügbare Sensorik wird direkt in die sicherheitsgerichtete Logik integriert und durch kontinuierliche Diagnose abgesichert, um Fehlalarme zu reduzieren und Zustandsänderungen zuverlässig zu erkennen.
Wasserstoffanwendungen stellen hohe Anforderungen an die Automatisierungstechnik, weshalb leistungsfähige und flexible Steuerungslösungen benötigt werden. PC‑basierte Steuerungen werden bevorzugt eingesetzt, da sie hohe Rechenleistung für komplexe Regelalgorithmen, Energiemanagement‑Strategien und HMI‑Funktionalität bereitstellen.
Offene Schnittstellen wie OPC UA und die Integration von MTP ermöglichen eine herstellerneutrale Integration von Skids und beschleunigen Plug‑and‑Produce‑Szenarien sowie die Skalierung von Anlagen. Dank Echtzeit‑Fähigkeit und deterministischen I/Os, können zeitkritische Steuerungs‑ und Sicherheitsfunktionen mit kurzen Reaktionszeiten realisiert werden. Integrierte Diagnose‑ und Redundanzmechanismen erhöhen die Verfügbarkeit, während die einfache Anbindung sicherheitsgerichteter Komponenten (z. B. SIL/PL‑fähige Lösungen) eine durchgängige Sicherheitsarchitektur unterstützt.
Insgesamt trägt die Kombination aus Leistung, Offenheit und deterministischem Verhalten dazu bei, Effizienz, Betriebssicherheit und Wartbarkeit von Wasserstoffanlagen nachhaltig zu verbessern.
Effizienz, Lebensdauer und Sicherheit eines Elektrolyseurs hängen direkt von der Qualität der im Prozess erfassten Messerwerte ab. Nur hochauflösende und synchrone Messwerte ermöglichen die Optimierung von Wirkungsgrad und Energieverbrauch, die frühzeitige Erkennung von Degradation, eine stabile Regelung und damit die sichere Betriebsführung des Elektrolysevorgangs. Beckhoff liefert dafür hochauflösende EtherCAT-basierte Messtechnikklemmen, die Zellspannungen, Ströme und Temperaturen deterministisch und in Echtzeit erfassen.
Ein durchgängiges Condition Monitoring erhöht die Verfügbarkeit und Sicherheit von Elektrolyseuren, Kompressoren und Speichersystemen. Dafür werden Messwerte wie Zell‑ bzw. Stackspannungen und -stromdichten, Temperaturen, Drücke und Durchflüsse sowie Leckage‑Signale als kritisch erachtet. Ergänzend können Vibrations‑ und Motorendaten sowie Netz‑ und Leistungskennwerte für die Anlagenzustandsbewertung erfasst und genutzt werden.
Die Erfassung dieser Parameter wird im Beckhoff System unkompliziert über EtherCAT‑Klemmen realisiert. Aus dem großen I/O-Portfolio können modular genau die Klemmen zusammengestellt werden, die für die Erfassung der zu überwachenden Messwerte benötigt werden. Die Daten werden in TwinCAT aufgenommen, analysiert und in Verbindung mit TwinCAT Condition Monitoring werden Abweichungen frühzeitig erkannt und ungeplante Stillstände reduziert.
Für die Fernüberwachung und prädiktive Wartung von Wasserstoffsystemen wird die Cloud‑Analyse als wichtiger Baustein eingesetzt. Dafür werden Prozessdaten typischerweise über ein Edge Device vorverarbeitet und gefiltert. Dafür kann z. B. ein Industrie-PC der Serie C60xx aus dem Beckhoff Portfolio genutzt werden. Anschließend erfolgt die Übertragung der Daten über standardisierte Schnittstellen wie OPC UA oder MQTT in die Cloud, wo Analytik‑ und Machine-Learning‑Modelle für Dashboards, Alarme sowie Predictive Maintenance eingesetzt werden. Entsprechende Schnittstellen stehen in TwinCAT bereit. Die Auswertung der Daten lässt sich mit geringem Aufwand z. B. über TwinCAT Analytics realisieren.
MTP (Module Type Package) bietet für den Aufbau und Betrieb modularer Wasserstoffanlagen – wie Elektrolyseure, PSA‑Einheiten, Kompressoren, Speicher oder Dispenser – entscheidende Vorteile. Durch die standardisierte Beschreibung der Modulschnittstellen wird ein herstellerneutraler Datenaustausch über OPC UA ermöglicht. Dies beschleunigt die Umsetzung von Plug‑and‑Produce‑Ansätzen, vereinfacht die HMI‑Generierung und erleichtert sowohl die Skalierung als auch den Austausch oder die Erweiterung einzelner Skids.
Typische Anwendungsszenarien reichen von flexibel regelbaren Elektrolyseparks über Wasserstofftankstellen bis hin zu Power‑to‑X‑Pilotanlagen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass MTP eine Orchestrierung auf Steuerungsebene ermöglicht, jedoch keine harte Echtzeit bereitstellt. Regelungs‑ und sicherheitsgerichtete (SIL)‑Funktionen verbleiben in der lokalen Modulsteuerung, und die Anforderungen der Norm IEC 62443 in Bezug auf IT‑Sicherheit sollten beachtet werden.
Beckhoff unterstützt die Umsetzung von MTP sowohl für einzelne Module als auch für die Integration auf der Process Orchestration Layer (POL)‑Ebene via TwinCAT MTP.
Für die Interoperabilität und standardisierte Datenverfügbarkeit in modularen Wasserstoffanlagen sind OPC UA‑Companion‑Specifications von zentraler Bedeutung. Aktuell stehen bewährte OPC UA‑Bausteine wie PA‑DIM, ADI, OPC UA for Machinery, VDMA‑Profile sowie Pub/Sub‑Mechanismen und AAS‑Mapping zur Verfügung, mit denen Elektrolyseure, Verdichter, Speicher und HRS heute bereits modelliert und interoperabel vernetzt werden können. Eine wasserstoffspezifische Companion‑Specification ist bisher noch nicht finalisiert; die OPC Foundation und der VDMA arbeiten an entsprechenden Erweiterungen. Für eine projektbezogene Empfehlung wird der konkrete Use Case benötigt, damit die passende Kombination vorhandener Modelle für das jeweilige System vorgeschlagen werden kann.
Weitere Informationen
Informationsmedien
Hier finden Sie unsere Broschüren, Videos und Webinare zur Prozessindustrie.
Digitalisierung für die Prozessindustrie
Zukunftsfähige Anlagenautomatisierung prozesstechnischer Anlagen realisieren mit Ethernet-APL, NOA und MTP.
Module Type Package (MTP)
TwinCAT MTP integriert das Module Type Package-Konzept in das Engineering und ermöglicht die effiziente Entwicklung modularer Anlagen.
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Zukunftsfähige Lösungen für die Energiewirtschaft: von der Biogasanlage bis zur Smart City